Kapitel 04
04
Ich singe die Lieder selbst.
Was ich singe
Lieder von Reinhard Mey, Dieter Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader und Zupfgeigenhansel — und neben den alten auch aktuelle, zum Beispiel „Ich kann alles schaffen, wenn ich an mich glaub“ von Beary Tunes.
Wie
Selbst, zur Gitarre, ohne Technik. Wer jahrzehntelang ohne Mikrofon unterrichtet hat, braucht auch beim Singen keines.
Wo heute
Bei der Märchenveranstaltung auf dem Maulbronner Weihnachtsmarkt. Sie findet im Standesamt statt, weil das in der kalten Jahreszeit der einzige warme Raum ist.
Wofür diese Seite nicht da ist
Fürs Werben. Kein Programm, keine Preisliste, keine Termine — was hier steht, ist eine Rückschau.
Fünf Namen, die alles erklären.
01Reinhard Mey
02Dieter Süverkrüp
03Franz Josef Degenhardt
04Hannes Wader
05Zupfgeigenhansel
Was diese Leute verbindet: Ihre Texte wollen etwas. Man kann sie nicht nebenbei hören, und man kann sie nicht nebenbei singen.
Der Maulbronner Weihnachtsmarkt
Auf dem Weihnachtsmarkt in Maulbronn gibt es die Märchenveranstaltung. Sie findet im Standesamt statt — nicht, weil ich dort aufträte, sondern weil das in der kalten Jahreszeit der einzige warme Raum ist. Er ist gemütlich genug, dass man sich aus dem Markttrubel zurückziehen, hinsetzen und Lieder und Märchen hören kann.
Erzählt wird von den Märchenerzählerinnen und Märchenerzählern; ich singe ein paar alte Lieder dazu und lese ab und zu etwas ab. Ein Stuhl, eine Gitarre, keine Bühne, kein Mikrofon, kein Programmheft. Für ein Lied ist das genug — für die meisten sogar mehr als genug.



Die Schulfeste
Es hat mit einem Schulfest angefangen.
Am Oberstufen-Kolleg gehörte zu jedem Fest Musik, und irgendwann gehörte ich zur Musik — nicht, weil ich der beste Musiker im Haus gewesen wäre, sondern weil ich derjenige war, der anfing. Zusammen mit Felix Winter sind über die Jahre fast fünfzig Lieder entstanden: Die Texte sind von ihm, arrangiert und gesungen habe ich sie. Eines davon war „Lernen in der Region“, ein Lied für die Schule. Gesungen haben es Leute, die sonst nichts miteinander sangen: Lehrende, Kollegiatinnen, Verwaltung.
Später kam ein Musical dazu — „Four Friends“, auf einer Bühne, mit einer Gruppe, mit Kostümen und allem, was dazugehört.
Die meisten Lieder, die ich heute singe, sind älter als das alles. Mey, Süverkrüp, Degenhardt, Wader — das war die Musik meiner eigenen jungen Jahre, und sie war nie nur Musik. Sie hatte eine Meinung. Genau deshalb singe ich sie mit achtzig noch.
Neben den alten singe ich aber auch aktuelle Lieder — zum Beispiel „Ich kann alles schaffen, wenn ich an mich glaub“ von Beary Tunes.
Und die Märchen?
Ich bin kein Märchenerzähler. Erzählt wird von den Märchenerzählerinnen und Märchenerzählern — ich mache für sie die Werbung. Wenn dabei etwas vorgelesen wird, lese ich ab, und ab und zu singe ich ein paar alte Lieder dazu. Erzählen ist ihre Arbeit, nicht meine.

Der Chor
Beim Chor Harmonie Diefenbach singe ich Tenor — eine Stimme, die man halten muss, nicht eine, bei der man mitläuft.
Bielefeld, 1993 bis 2012
Eine Kindertheatergruppe, ein paar Bühnen, ein Klavier.
Theata Salamanda
1993 gründete ich die Kindertheatergruppe Theata Salamanda e. V. Für die Inszenierungen schrieb ich auch die Musik. Entstanden ist die Gruppe aus einem Varieté-Projekt, das wir 1992 im Rahmen der Veranstaltung „Sehnsüchte leben“ des Bielefelder Jugendrings aufführten.
Mit der Gruppe brachten wir unter anderem Die kleine Hexe, Der Räuber Hotzenplotz und Die Schatzinsel auf die Bühne. Als wandernde Theatergruppe spielten wir in Grundschulen, Kindergärten und bei Schultheaterwochen.
Weitere Projekte waren ein eigenes Stück mit dem Titel Der rechte Weg sowie die Inszenierung Psst … Deine Bildröhre brennt, die sich mit Normalität und Wahnsinn auseinandersetzte.


Musicals und Schauspiel
1997 übernahm ich als Musical Director die musikalische Leitung von The Slice of Saturday Night. Es folgten weitere Theater- und Musicalproduktionen, unter anderem:
- die Rolle des Domenico Barbaja in Ich, Schubert;
- Mr. Mushnik in Der kleine Horrorladen;
- Dr. Scott in Frankie Show nach der Rocky Horror Show.
Die Verbindung aus Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel begeistert mich bis heute. Sie kann unterhalten, berühren und zugleich zum Nachdenken anregen.
Ausführlich, wie ich es aufgeschrieben habe
Durch den Weggang vieler KünstlerInnen und durch das Angebot als „Musical Directors“ die Musik in dem Musical der Gebrüder Heather „The Slice of Saturday Night“ verantwortlich zu inszenieren und mit den SängerInnen, die in Castings in ganz Ostwestfalen Lippe gesucht wurden, zu proben, stieg ich in die Musical-Branche ein. Wir führten das Stück in einer Reihe von Veranstaltungen im Januar/Februar 1997 auf
Zwischendurch spielte ich die Rolle des Opernintendanten Domenico Barbaja und sang im Männerchor zum 210 Geburtstags Franz Schuberts „Ich, Schubert“ (Januar 1998), in einer Inszenierung des Mobilen Theaters unter Leitung von Albrecht Stoll.
Blumenladenbesitzer Mr. Mushnigg in „Der kleine Horrorladen“ , einem Musical von Howard Ashman und Alan Menken, aufgeführt im Mobilen Theater unter Leitung von Albrecht Stoll 2002; der kleinbürgerliche Unternehmer Mr. Mushnik erliegt der Verführung, die vom Geld ausgeht, diesem Moloch und Monster, das irgendwann eben Blutzoll verlangt, wie es wohl Brecht und Eissler bezeichnen würden. Er deutet auch an, dass mit der Verortung der Handlung in einem billigen Rotlichtmilieu eine symbolische Verknüpfung zwischen der Gier nach Geld und der Gier nach Sex nahe liegt. Bei diesem schäbigen Spiel mitzumachen zahlt sich nicht aus; dementsprechend lautet die Aufforderung am Ende, sich nicht von Illusionen kaufen zu lassen.
Nun freute ich mich, die hervorragenden Sänger und Sängerinnen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, im Rahmen von „Musical 4 Friends“ am Klavier zu begleiten. Ich habe nach langer Zeit wieder die Liebe zum Klavier entdeckt und fand es eine Bereicherung im Kontakt mit den SängerInnen eine spielerische Harmonie herzustellen, so dass Gesang und Klavierspiel die Aussagen des Liedes ausgezeichnet herüberbringen können.




Musical 4 Friends
Ab 2003 bis 2012 begleitete ich bei Musical 4 Friends Sängerinnen und Sänger am Klavier. Nach langer Zeit habe ich dort meine Liebe zum Klavierspiel neu entdeckt. Besonders schön ist für mich das gemeinsame Erarbeiten eines Liedes, wenn Stimme und Klavier zu einer stimmigen Einheit werden.

Es sind Lieder mit einer Meinung. Man kann sie nicht nebenbei singen.
Das ist eine Rückschau, kein Angebot: Hier steht, was ich singe und wo ich es singe — kein Programm, keine Preisliste und keine Werbung für Veranstaltungen.
Was Leute mich fragen.
Die erste Frage kommt am häufigsten — und die Antwort darauf ist der Grund, warum diese Seite umgeschrieben wurde.
Nein. Ich bin Liedermacher. Erzählt wird von den Märchenerzählerinnen und Märchenerzählern — ich mache für sie die Werbung und lese dabei höchstens einmal etwas ab oder singe ein paar alte Märchenlieder. Erzählen ist ihre Arbeit, nicht meine.
Frage nicht dabei?
Ruf an oder schreib mir ein paar Zeilen — ich antworte selbst. Besonders gern, wenn wir uns aus den 37 Jahren am Kolleg kennen.
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